Baker Street 221b

Noch vor wenigen Monaten war ich Touristin im wunderbaren London. Es war mein erster Besuch auf den königlichen Inseln und ich sollte nicht enttäuscht werden. Neben Sehenswürdigkeiten wie dem London Eye, dem Buckingham Palace, dem Piccadilly Circus oder dem Big Ben, habe ich es mir nämlich nicht nehmen lassen unter anderem auch das Sherlock Holmes Museum zu besuchen.

Ganz nach dem Motto "Trauen Sie niemals allgemeinen Eindrücken, mein Junge, sondern konzentrieren Sie sich auf Einzelheiten" (Sherlock Holmes, Eine Frage der Identität), führte es mich im Juni 2015 in die Baker Street 221b in London. Schon seit Jahren brannte in mir der Wunsch, mich selbst eines Tages auf die Spurensuche nach dem größten Detektiv unserer Zeit zu machen. Als junge Frau, die ihre ganze Kindheit zusammen mit Sherlock, den drei Fragezeichen oder Miss Marple verbracht hat, keimte schon früh der Wunsch in mir, selbst eines Tages Rätsel zu lösen. Und wo sollte man damit besser starten als in der berühmten Baker Street 221b? 


Nach einer wunderbar zügigen Fahrt mit der London Underground war ich auch schon da. Die Baker Street: Haupthandlungsort so vieler Kindheitserinnerungen. Dank einer Dunkin' Donuts Eröffnung tummelte sich die Straße bereits voller Sherlock Holmes-Imitatoren mit Pfeifen im Mund, die sich nicht scheuten mir den Weg direkt zum Herzstück der Straße zu zeigen. Der erste Blick auf die Baker Street 221b war jedoch bescheiden. Eine gigantische Schlange zog sich rund zehn Häuser weit. Alle Anstehenden schossen fleißig Fotos von der Umgebung und den viktorianischen Gebäuden ringsherum; unter ihnen auch eine Klasse auf Klassenfahrt, die sich eifrig Buchzitate an den Kopf warfen - und nach einiger Zeit begannen ihre eigenen Zitate zu erfinden. Eine knappe halbe Stunde des Anstehens bedurfte es, bis ich ins Innere des Gebäudes gelangte. Und wenn ich das an dieser Stelle schon einmal verraten darf: Das Warten hat sich gelohnt.


Das Sherlock Holmes Museum ist, um es auf den Punkt zu bringen, die Baker Street 221b wie sie im Buche steht. Mit riesigen Ausstellungssäälen hat dieser Ort nur wenig zu tun. Ich befand mich in einem alten, viktorianischen Gebäude voller Antiquitäten, das mehr an ein Wohnhaus, als an ein Museum, erinnerte. In jeder Ecke lauerten Anspielungen an die Bücher und eine Hommage folgte der nächsten. Schauspieler, die sich wie Dienstmädchen des London des 19./20. Jahrhunderts verkleidet hatten, sorgten für passende Atmosphäre. Überall waren Erinnerungsstücke aus den Geschichten und Abenteuern von Holmes und Watson ausgestellt - einige beschriftet, andere nicht. In der zweiten Etage des Gebäudes zierten Wachsfiguren, wie Irene Adler, die Räumlichkeiten. Uns Besuchern war es gestattet sich frei in dem Haus zu bewegen und ganz eigenständig das Leben von Sherlock Holmes unter die Lupe zu nehmen. Immer wieder stieß ich auf Erinnerungsstücke aus Sherlock Holmes Fällen oder auf Briefe, die Holmes Hilfe anforderten. Das Gebäude schaffte es mich zurück in das 1800er/1900er Jahre zu versetzen.


Nach einer knappen Dreiviertelstunde war dann allerdings auch schon alles gesehen, was es zu sehen gab. Der Weg aus dem Museum führte nahezu direkt in den anliegenden Merchandise-Shop, der mit nicht weniger Charme als das Museum selbst eingerichtet worden war. Zwischen Briefhaltern, Stempeln, Büchern, Pfeifen, Mützen und Postkarten wurde wohl jeder Fan fündig. Wie schon Sir Arthur Conan Doyle feststellte: "Nichts ist trügerischer als eine offenkundige Tatsache." (Sherlock Holmes, The Boscombe Valley Mystery). Die Tatsache, dass mein Museumsbesuch (inkl. Shop) mir noch viele Wochen später in Erinnerungen kleben geblieben ist, spricht für sich: Das Museum war klasse. Der Shop war es auch. Nur meine Brieftasche sah das etwas anders.


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Über Nonsense Entertainment

Hinter Nonsense Entertainment verbirgt sich Vollzeitgeek, Motion Picture-Enthusiastin und Internetfreundin Sarah Weiher. Besonders gerne befasst sie sich mit der Internetkultur, Rollenspielen, Science Fiction-Literatur, Netflix Serien und dem Storytelling.

3 Kommentare:

  1. Drin war ich im Sherlock-Museum nicht, aber ein Foto von außen musste bisher bei jedem (meiner insgesamt 2 *hust*) Besuchen in London sein :)

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    1. Alle guten Dinge sind bekanntlich drei. :D Falls du also nochmal eines Tages nach London kommst, kann ich dir den Museumsbesuch nur empfehlen. Es ist zwar echt nicht gerade günstig, lohnt sich aber schon. ^-^

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  2. Ich bin so verdammt neidisch! Das ist einer meiner großen Träume seit ich in der 5. Klasse zum ersten Mal ein Sherlock Holmes Buch in der Hand hatte. Die Fotos sind wirklich klasse!
    Habe ich erwähnt, dass ich neidisch bin? :)

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