Fargo Staffel 2 Review

Vergangenes Wochenende habe ich es endlich geschafft die zweite Staffel von Fargo anzufangen - und habe sie auch direkt zu Ende gesehen. Gutes Omen? Absolut! Im Folgenden findet ihr meine Review zu der gesamten Staffel.

Die Serie Fargo wurde von Noah Hawley geschrieben und kreiert und ist sowohl eine lose Adaption als auch ein Spin-Off des gleichnamigen Films von Ethan und Joeal Coan aus dem Jahr 1996. Diese beiden Herren standen auch bei der Produktion der Serie als ausführende Produzenten zur Seite. Die Erstausstrahlung der ersten Staffel war am 15. April 2014, die zweite Staffel wurde am 12. Oktober 2015 released. Eine dritte Staffel wird folgen.

Rückblick Season 1
Obwohl die Staffeln von Fargo inhaltlich unabhängig voneinander funktionieren, wobei es natürlich immer wieder Überschneidungen gibt, folgt ein kurzer Rückblick auf Season 1: Die erste Staffel spielte im Jahr 2006 in Bemidji Minnesota. Lorne Malvo bleibt mit seinem Auto nach einem Zusammenstoß mit einem Reh liegen. Gleichzeitig flieht ein Mann in Unterhose aus seinem Kofferraum. Malvo ist also gezwungen, in Bemidji zu bleiben. Dort trifft er auf den Versicherungskaufmann Lester Nygaard. Lester hat in seinem Leben nicht viel erreicht, hat wenig Selbstvertrauen und wird von seiner Frau regelmäßig deswegen nieder gemacht. An dieser Stelle beginnt eine Reihe brutaler Morde, die die Polizisten Molly Solverson (bitte merken!) und Gus Grimly aufzuklären versuchen. 
 
Die Handlung von Staffel 1 ist mit der letzten Episode in sich abgeschlossen und die Handlungsstränge der Serien wurden allesamt aufgeklärt. Bereits nach der ersten Staffel war ich großer Fan der Serie. Die gesamte Serie war in such gut aufgebaut und logisch. Die Charaktere, die nicht eben nicht makellos waren, haben dem ganzen die genau richtige Würze verliehen. Von Beginn bis Ende hat man mitgefiebert. 

Season 2
Die zweite Staffel spielt im Jahr 1979 an gleich mehreren Orten: Sioux Falls (South Dakota), Luverne (Minnesota) und Fargo (North Dakota). Im Mittelpunkt dieser Staffel steht das Ehepaar Peggy (Kirsten Dunst) und Ed Blumquist (Jesse Plemons), die die Unfallflucht und Ermordung von Rye Gerhardt vertuschen möchten. Rye Gerhardt ist aber nicht irgendwer, sondern der Sohn von Floyd Gerhardt, einer Matriarchin des kriminellen Familiensyndikats aus Fargo; der Mafia. Floyd versucht ihren jüngsten Sohn zu finden. Gleichzeitig sucht die Polizei nach ihm, da Rye, ehe er angefahren wurde, einen dreifachen Mord in einem Diner begann. Ermittler in dem Fall sind Lou Solverson und Rock County Sheriff Hank Larsson. Doch als wäre das alles nicht schon Drama genug, bricht auch noch ein Bandenkrieg zwischen Familie Gerhardt und der Kensas City Mafia aus; vertreten durch Mark Milligan (Bokeem Woodbine) und seine zwei Handlanger Gale (Brad Mann) und Wayne Kitchen (Todd Mann).

Die zweite Staffel ist um einiges Acitongeladener als die erste Staffel; was nicht bedeuten soll, dass die erste Staffel langweilig war. Gleich zu Beginn der Serie beginnen mehrere unterschiedliche Handlungsstränge und eine Schißerei und Schlägerei folgt der nächsten. Das sei dieses Mal auch vor allem dem Setting, der Zeitzone und den Charakteren, die zur Mafia gehören, geschuldet. Nachdem ich angefangen hatte die Serie zu gucken konnte ich nicht mehr aufhören, bis ich die Serie durchgesehen hatte. Wieso folgt nun detallierter: 

Beginne ich mit dem Ursprung des ganzen Chaos in der Serie: Ed und Peggy Blumquist. Die beiden sind durchschnittlicher wie es nicht sein könnte. Sie, eine Friseurin, er, der Dorffleischer, leben besinnlich in ihrem kleinen Haus und planen eines Tages Kinder zu bekommen, die Fleischerei zu übernehmen und durch und durch ein ruhiges Leben zu führen. Wäre da nicht diese... "Sache" passiert. Die beiden beschließen zwar sich nichts anmerken zu lassen, stehen aber doch deutlich unter Druck. Während Ed versucht das Leben, das sie hatten, wieder unter Kontrolle zu bekommen, fühlt sich Peggy zum ersten Mal wieder lebendig und möchte ihre Selbstfindung fortsetzen. Die ganze Serie hindurch habe ich mit dem armen Ed mitgefühlt und war zunehmend genervter von Peggy, die rücksichtlslos und völlig weltfremd nach und nach den Verstand zu verlieren schien (Spoiler!) was sie dann auch tat. (Spoiler Ende)

Die Mafiafamilien im Gegenzug fand ich von vorne bis hinten großartig. Als großer Fan von Geschichten dieser Art, hat die zweite Staffel von Fargo in diesem Punkt genau meinen Geschmack getroffen. Besonders die Nebencharaktere waren es, die ich besonders klasse fand. Da wäre zum einen Sonny Greer, die Kitchen Brüder oder Hanzee; der zugegeben mit Verlauf der Serie an immer mehr Bedeutung gewinnt. Die Macher der Serie haben es hier wirklich wieder geschafft eine glaubhafte Umgebung mit ebenso glaubwürdigen Charakteren zu schaffen. Beinahe könnte man tatsächlich meinen, die Geschichte ruhe auf wahren Begebenheiten.

Am schwächsten fand ich bis zum Ende den Charakter Lou Solverson, unseren Polizisten. Als großer Allround-Held hatte er mir einfach zu wenig Macken: Er war der perfekte Polizist, der perfekte Nachbar, Vater und Ehemann und hat seine Bedürfnisse immer die aller anderen gestellt. Lour war mir teilweise immer ein wenig zu glatt, auch wenn Schauspieler Patrick Wilson einen guten Job geleistet hat. Hank Larsson, (Spoiler!) mit seiner Selbstthearpie eine eigene Schrift nach dem Tod seiner Frau zu entwickeln (Spoiler Ende), war mir da schon deutlich lieber.

Dennoch gab es auch bei dieser Staffel einen Punkt, der bis zum Ende unklar war und mich während der Serie sehr gestört hat. (Spoiler!) Zu Beginn der Serie, bevor Rye von Peggy überfahren wird, sieht er, während er im Schnee taumelt, ein UFO am Horizont. Der Zuseher mag an dieser Stelle noch etwas verwirrt sein und behaupten, es liegt an den Verletzungen, die Rye zugezogen wurden, würde das UFO später nicht erneut auftauchen. Und zwar in Gegenwart von Lou Solverson, während der Schlacht auf dem Motelparkplatz (Spoiler-Ende). Dieses Element ist mir bis dato nicht durchsichtig und passt meiner Meinung nicht in das sonst sehr stimmige Setting. (Wer mich aufklären möchte; gerne!).

Alles in allem: Fargo liefert ordentlich ab. Und auch Season 3 verspricht großes: Serienpapa und Drehbuchautor Noah Hawley und die Coen-Brüder als Produzenten sind auch bei der dritten Staffel wieder mit an Bord. Wenn die Serie ihren Rhytmus beibehält, wird die nächste Staffel im Herbst/Winter dieses Jahres ausgestrahlt. Ich persönlich kann es kaum abwarten.

nonsense Bewertung
10 von 10 Punkten 
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Über Nonsense Entertainment

Hinter Nonsense Entertainment verbirgt sich Vollzeitgeek, Motion Picture-Enthusiastin und Internetfreundin Sarah Weiher. Besonders gerne befasst sie sich mit der Internetkultur, Rollenspielen, Science Fiction-Literatur, Netflix Serien und dem Storytelling.

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