Lara Croft im Wandel der Zeiten

Nicht nur Pokémon wird dieses Jahr zwanzig Jahre alt, auch unsere allseits beliebte Heldin Lara Croft feiert ihren Geburtstag. Damals noch mit dreieckigen Brüsten, heute in ultra HD und weinerlicher Stimme: Lara Croft hat sich im Laufe der Jahre stark verändert.

Die 1996 von Toby Gard ursprünglich als weiblicher Indiana Jones konzipierte Lara ist heute eine der bekanntesten Videospielfiguren aller Zeiten. Für manche ist sie Sexobjekt, für andere das Symbolbild einer starken, emanzipierten Frau. Im Laufe der Jahre unterlag die Videospielbraut einem stetigen Wandel. Das Franchise starb dabei nie: Die Mischung aus Action und Adventure hat sich bis heute bewährt und konnte sich auch in einigen literarischen Werken und Verfilmungen beweisen.
Lara von 2013 und von 1996 im Vergleich

Lara Croft ist immer wieder gerne gewähltes Cosplay-Material für diverse junge Frauen, die dabei oft auch einfach nur gerne ihre Weiblichkeit betonen möchten. Dabei war die erste Version unserer Lara alles andere als Proportional. Sagen wir's so: Lara hatte viele Ecken und Kanten. Dies sowohl auf ihren Charakter als auch auf ihre Optik bezogen. Spitz und schneidig durch und durch überzeugte Lara mit ihrer taffen Art schnell - besonders die Herrenwelt, der weibliche Protagonisten bis dato nur selten unter die Augen gekommen waren.
Tomb Raider (1996)

Über die Jahre etablierte sich auch eine große weibliche Spielerschaft, die Rundungen von Lara wurden mit besseren Grafiken weicher und Lara immer taffer. An ihren gewohnt kurzen, knappen und sexy Outfits änderte das jedoch wenig. Mit zwei Waffen, krassen Sprüchen und furchtlos bestreitet Lara im Zeitraum von 2000 bis 2006 weiterhin ihre Abenteuer und lässt sich dabei von niemandem reinreden.
Tomb Raider: The Angel of Darkness (2003)
Dann kam der Wandel. Über die Jahre wurden nicht nur Laras Brüste immer kleiner und Propertionen angepasst, sondern auch ihr Charakter wurde verfeinert. Der Powermaschine wurden über die Jahre die ein oder andere Achillesferse angedichtet, besonders im Bezug auf ihre Familiengeschichte, und die einst so unbesiegbare Powerfrau wurde nach und nach immer ein wenig menschlicher. Dies sorgte unter einigen Damen zunächst für Begeisterung, enttäuschte aber viele Männer. Man könnte glatt meinen, dass sich die Spielemacher an der Verfilmung 2001 (Lara Croft: Tomb Raider) von Simon West mit Angelina Jolie in der Hauptrolle ein Beispiel für die Optik unserer Heldin nahmen:
Tomb Raider: Underworld (2008)
Die Lara von 2013 aus Tomb Raider sorgte jedoch für die größte Veränderung und für die größten Proteste. Ihre Brüste hatten jegliches absurde, überdimensionale verloren; was eventuell damit zu begründen sei, dass nun die Entwicklungsgeschichte gespielt wurde. Der Spieler musste sich mit einer jungen, weinerlichen Lara anfreunden, die rein gar nichts mit der Powerfrau von 1996 zu tun haben schien. Noch etwas unbedarft im Klettern, kämpfen und verbalen kontern steuerten wir Lara zum ersten Mal durch die Spielwelt. Der neuste Teil lässt vermuten, dass auch hier das Ende noch nicht erreicht ist.
Rise of the Tomb Raider (2015)
In vier Tagen (am 28. Januar 2016) dürfen sich auch PC Spieler von dieser Wandlung überzeugen, denn dann wird Rise of the Tomb Raider auch endlich für den PC released. Was sagt ihr zu der Wandlung unserer Allround-Frau Lara?

Bilder: © Core Design | © Crystal Dynamics
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Über Nonsense Entertainment

Hinter Nonsense Entertainment verbirgt sich Vollzeitgeek, Motion Picture-Enthusiastin und Internetfreundin Sarah Weiher. Besonders gerne befasst sie sich mit der Internetkultur, Rollenspielen, Science Fiction-Literatur, Netflix Serien und dem Storytelling.

2 Kommentare:

  1. Mit den optischen Veränderungen kann ich noch leben, mich stört viel mehr, dass Tomb Raider vom Gameplay her inzwischen eher eine Art Uncharted-Klon geworden ist :(

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    1. Du sprichst mir aus der Seele! In dem Beitrag habe ich mich auf Laras Optik beschränkt, aber sobald ich Rise of the Tomb Raider auch endlich mal durchgespielt habe (ich hab einfach zu viele Games auf der Agenda ^-^'), wollte ich dazu auch schon was schreiben.
      Die Inszenierungen sind zwar über die Jahre immer cooler geworden - was auch den verbesserten Grafiken und technischen Möglichkeiten zu Schulde sei - aber spieltechnisch haben mir auch die alten Teile besser gefallen.

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