And the Oscar goes to... LEO!

Und alle nur so... LEO LEO LEO. Leonardo DiCaprio hat endlich seinen wohl verdienten Oscar gewonnen - und damit alle anderen in den Schatten gestellt. Selbst die Kategorie bester Film ging neben dem Wirbel um Leo unter. Ich habe es geschafft: Ich habe gemeinsam mit sehr guten Freunden die gesamte Oscarnacht durchgehalten. Von Pannemarie Carpendale über zahlreiche rassistische "Gags" bis hin zum großen Leo Bash.

#Pannemarie
Der ProSieben Livestream und die Berichterstattung vom roten Teppich war... nun ja; unvergesslich. Nach nur wenigen Minuten war der Twitter Hashtag #Pannemarie ganz weit oben. Kein Wunder, die deutsche Berichterstattung live vom roten Teppich war alles andere als professionell. Tatsächlich kam es einem so vor, als hätte die Redaktion erst einen Tag vorher bei der Redaktionssitzung die Frage in den Raum geworden: "Joa, Oscars ... hat da jemand Zeit hinzugehen?" Annemarie Carpendale war absolut unvorbereitet, ihre Fragen waren katastrophal und vom Inhalt war viel mehr als "Warst du schonmal in Deutschland?", "Was magst du an Deutschland?" und "Kennst du deutsche Wörter?" nicht sonderlich viel zu holen.

Die Fashion Corner
Nicht sonderlich viel besser war die Fashion Corner, in die zwsichenzeitig geschaltet wurde. Ich selber würde mich nicht als Modeexpertin titulieren, dennoch kann ich festhalten, dass der Abend keine sonderlich spektakulären Auftritte mit sich brachte. Bei den meisten Kleidern dachte man sich tatsächlich nicht viel mehr als "Och ja..." und griff wieder zu seiner Flasche Bier. Viel interessanter als die Mode waren da die beiden "Modeexperten", die ihre Kommentare dazu abgeben. Angefangen von einer Moderatorin, die, nachdem sie ihrem Partner eine Frage zuwarf, völlig grenzdebil in die Kamera grinste; über Dialoge, deren Inhalte so uninteressant waren, dass man sich tatsächlich fragen musste: "War das jetzt wirklich nötig?" bis hin zu der lächerlichen Feststellung, dass alle Männer Anzüge trügen. Wow, echt?

Die Gewinner
Beim Oscar-Bingo mit Freunden lag ich immerhin in elf Kategorien mit meinen Vermutungen richtig; darunter auch mit Leonardo DiCaprio als bester Hauptdarsteller oder Spotlight als bester Film. Den restlichen Abend über hieß es überwiegend MAD MAX MAD MAX MAD MAX. Mad Max konnte in diversen "Neben"-Kategorien Oscars einstecken. Ohne Frage: Mad Max ist optisch eine richtige Augenweide und gehört definitiv zu den Filmen, die ich gerne meinen Freunden weiter empfehle; dennoch gibt der Film einem im Endeffekt nichts mit. Schön also, dass wenigstens die Filmcrew etwas, nämlich den Oscar, mitgegeben bekommen hat. Der Oscar für die beste Hauptdarstellerin ging übrigens an Brie Larson. Sehr stark im Übrigen auch Emmanuel Lubezki, der zum nun zu wiederholten Male in Folge für die beste Kamera den Oscar erhielt. Hier alle Sieger in der Übersicht:

Bester Film: Spotlight
Bester Hauptdarsteller: Leonardo DiCaprio (The Revenant)
Beste Hauptdarstellerin: Brie Larson (Raum)
Beste Regie: Alejandro González Iñárritu (The Revenant)
Bester Nebendarsteller: Mark Rylance (St. James Place)
Beste Nebendarstellerin: Alicia Vikander (The Danish Girl)
Bester fremdsprachiger Film: Saul fia
Bester Song: Writing's on the Wall (Sam Smith, Jimmy Napes)
Bestes Originaldrehbuch: Spotlight
Beste Kamera: Emmanuel Lubezki (The Revenant)
Bestes adaptiertes Drehbuch: The Big Short
Beste visuelle Effekte: Ex Machina
Bester Dokumentarfilm: Amy
Bester Tonschnitt: David White, Mark Mangini (Mad Max: Fury Road)
Bester Schnitt: Margaret Sixel (Mad Max: Fury Road)
Bester animierter Spielfilm: Alles steht Kopf
Bestes Kostümdesign: Jenny Beavan (Mad Max: Fury Road)
Bester animierter Kurzfilm: Bear Story
Bester Ton: Gregg Rudolff, Chris Jenkins, Ben Osmo (Mad Max: Fury Road)
Bestes Szenenbild: Lisa Thompson, Colin Gibson (Mad Max: Fury Road)
Bester Dokumentar-Kurzfilm: A girl in the river: The price of forgiveness
Bester Kurzfilm: Stutterer
Beste Filmmusik: The Hateful Eight
Bestes Make-up und beste Frisuren: Damien Martin, Elka Wardega, Lasley Vanderwalt (Mad Max: Fury Road)

Leonardo DiCaprio
EEEENDLICH! Da is' das Ding! Kurz darauf ist das Internet auch schon explodiert. Wir alle haben den Atem angehalten, als Leonardos Name endlich fiel. Während sich Leonardos Schauspieler-Kollegen in einem solchen Moment einfach völlig ihrer Freude hingeben können, musste Leo auf jede seiner Bewegungen achten. Der Hype war in den letzten Jahren viel zu groß geworden. Was genau sagt man in einem solchen Moment? Leonardo DiCaprio war der erste Gewinner dieses Abends, der nicht von den Machern durch Einspielen der Musik abgewürgt wurde. Seine Rede: Fast schon zu professionell, very charming und ganz nüchtern. Viel mitreißender fast als Leonardo selbst, war die Reaktion von Kate Winslet, der man deutlich ansah, dass sie ihrem Schauspielkollegen den Sieg sichtlich gönnte. Ich persönlich hätte Leonardo den Oscar mit anderen Filmen eher gegönnt, als mit The Revenant. Zwar ist seine Leistung in dem Film gut, doch er spielt nur das, was für ihn geschrieben wurde. In Wolf of Wallstreet zum Beispiel hat er nicht nur fantastisch gespielt, sondern auch noch jede Menge persönliche Note mit einfließen lassen. Das fehlte in The Revenant völlig. Nichts desto trotz: Glückwunsch! Verdient isses allemal.

Rassismus und Chris Rock
Durch den Abend führte - tja, wer eigentlich? Durch den Abend führte amerikanischer Filmschauspieler und Komiker Chris Rock. Während ich der Meinung bin, dass die Oscars mit Neil Patrick Harris oder Ellen DeGeneres sehr unterhaltsame Moderatoren hatten, ist es ausgerechnet ein KOMIKER der langweiliger nicht hätte sein können. Mit allerhand auswenig gelernter Anekdoten führt er relativ steif durch den Abend und nutzt jede freie Minute, um darauf hinzuweisen, wie weiß die Oscars dieses Jahr doch wieder seien. Anstelle dieser Moderatorenwahl hätte die Academy auch einfach Samuel L. Jackson nominieren können, um den Rassismus Vorwürfen auszuweichen, und alle wären zufrieden gewesen.

Dass das Internet nach Leos Sieg förmlich explodieren würde, habe ich ja bereits in DIESEM Post vorausgesagt. Ich gönne den Siegern ihre Preise. Nun werde ich eine gesunde Prise Schlaf nachholen müssen. Alles in allem hatte ich dennoch einen sehr schönen Abend; was, in diesem Fall, jedoch mehr meinen Freunden als der tatsächlichen Verleihung zu Danken ist.
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Über Nonsense Entertainment

Hinter Nonsense Entertainment verbirgt sich Vollzeitgeek, Motion Picture-Enthusiastin und Internetfreundin Sarah Weiher. Besonders gerne befasst sie sich mit der Internetkultur, Rollenspielen, Science Fiction-Literatur, Netflix Serien und dem Storytelling.

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