Ghostbusters (2016) Traileranalyse

Lange lange habe ich darüber nachgedacht, ob ich eine Traileranalyse zu dem neuen Ghostbusters schreiben soll. Ob es der Film überhaupt WERT ist, sich seine Gedanken darüber zu machen. Doch schlussendlich war der Trailer so katastrophal und so furchtbar unlustig, dass ich hiermit offiziell alle meine Freunde und Leser vor dem Ding warnen möchte. Wieso, das erfahrt ihr jetzt.

Der erste Ghostbusters Film aus dem Jahr 1984 war einfach absolut großartig. Ivan Reitmann hat einen super Job gemacht und auch mit dem Cast, Bill Murray als Dr. Peter Venkman, Dan Aykroyd als Dr. Raymond Stantz, Harold Ramis als Dr. Egon Spengler, Ernie Hudson als Winston Zeddemore oder auch Sigourney Weaver als Dana Barrett, hat der Film alles richtig gemacht. Der Film war lustig, kultig und die Handlung gut durchdacht. Drei wichtige Punkte, die der neue Film allem Anschein nach nicht von sich behaupten kann. Bei dem Reboot, das am 15. Juli in die Kinos kommen soll, stehen Kristen Wiig, Melissa McCarthy, Kate McKinnon und Leslie Jones in den Hauptrollen. Wuhu! Weibliche Emanzipation! Frauen an die Macht! NICHT. - Und das sage ich... als Frau.

Die Handlung
Doch worum geht's in dem Reboot? Erin Gilbert (gespielt von Kristen Wiig) ist Doktorin der Teilchenphysik und Co-Autorin eines mit Abby Yates (gespielt von Melissa McCarthy) geschriebenen Buches über Paranormalität. Gemeinsam mit Jillian Holtzmann (gespielt von Kate McKinnon), Ingenieruin, und Patty Tolan (Leslie Jones), U-Bahn Arbeiterin, mieten sie sich ein Hauptquartier und engagieren einen Kevin als ihren Sekretär. (Jerome war wohl gerade aus.) Denn sie wollen Geister jagen. Klappt auch ganz gut: Nach einem erfolgreichen Geisterfang auf einem Rockkonzert wird das Quartett als Ghostbusters bekannt.

Entstehungsgeschichte
Seit 2008 haben Lee Eisenberg und Gene Stupnitsky (oder auch Stupidnsky wie ich ihn nach dem Film wohl nennen werde) an dem Drehbuch geschrieben. 2012 haben sie sich Etan Cohen an Bord geholt. Paul Feig haben wir es zu verdanken, dass in der Neuverfilmung Frauen die Hauptrolle spielen. Versteht mich nicht falsch, ich finde es klasse, auch mal Frauen die Chance auf solche Rollen zu geben. ABER dann sollte es auch passen. Ansonsten sorgt diese "Frauenpower" nur für das Gegenteil. 2015 kürzte Tom Rothman das Budget von ursprüngliche 169 Millionen US-Dollar auf 154 Millionen US-Dollar. I feel you, bro. Du musst geahnt haben, dass der Film nix wird. Ursprünglich waren für die Besetzung übrigens Emma Stone und Jennifer Lawrence geplant. Die beiden mussten aber absagen: Emma empfand es als zu große Verpflichtung, bei dem riesigen Franchise mitzuspielen und Jennifer musste wegen der Dreharbeiten zu X-Men absagen. So viel zur Entstehungsgeschichte. Doch lassen wir mal den Trailer selber zu Wort kommen:


Tief durchatmen, kurz runterkommen... eins... zwei... drei. Geht's wieder? Ich kann den Shitstorm, den der Trailer ausgelöst hat, verstehen. Der vulgäre Humor des Trailers passt einfach nicht zu der Ghostbusters Reihe. Das zeigte sich auch in den Bewertungen zum Trailer wieder: Die fielen nämlich sau schlecht aus. Woraufhin Sony einfach alle negativen Kommentare löschte. Doch so einfach bringt man ein Fandom nicht zum schweigen. Ich finde, die Community hat das Disaster in den YouTube Kommentaren schon ganz schön gut zusammengefasst: 
Tiberian Fiend 
"What a waste of 154 million dollars. Starving children in Africa could've eaten those neon CGI ghosts." 

discoknox 
"Remember that you can't judge a movie by its trailer. The movie probably will be much worse than the trailer." 

Tojie Martin 
"I'm getting paid by Sony to like this trailer and say positive things about it!!! This is the best trailer ever!!! 😆😆😆 (help me)." 

Russ stassin 
 "This is worse than ebola." 
Nun gut... manche dieser Aussagen sind schon ganz schön hart. Doch die Trailerbewertung spricht für sich: Bei rund 27.250.000 Aufrufen zählt das Video gerade einmal 197.000 Daumen noch oben und ganze 476.000 Daumen nach unten. Tut mir leid Sony, aber DAS ist definitiv eindeutig. Der Film wurde einfach schlecht umgesetzt, der Humor passt nicht zur Reihe und die "Gags" bauen auf veraltete, rassistische und sexistische Stereotypen auf. So spielt zum Beispiel die dunkelhäutige Leslie Jones die einzige U-Bahn Arbeiterin zwischen drei weißen Genies. Ha. Ha. Not. Die ersten beiden Ghostbusters Filme waren noch Familienfilme, die man problemlos mit der gesamten Familie vor dem Fernseher gucken konnte und jeder hatte seine Freude dran. Bei diesem Film würde ich mich schämen auch nur jemandem zu erzählen, dass ich mir das Teil angesehen habe.

Meine Meinung
Der Film versucht einfach viel zu angestrengt lustig zu sein. Und das schlimmste: Sony scheint es auch absolut nicht zu merken, dass ihr neues Konzept und ihre neue Interpretation von Ghostbusters kaum Anklang findet: Sony plant nämlich ein ganzes "Universe" aus Crossover- und Prequelfilmen sowie einer TV-Serie. Das Reboot ohne die alte Crew ist meiner Ansicht nach total sinnlos.

Ich finde, dieser Film ist ein Schlag ins Gesicht für jeden Ghostbusters Fan. Ich bin mir durchaus bewusst, dass nicht jeder meiner Meinung ist und das ist auch völlig okay. In dem Fall: Schreibt's mir gerne in die Kommentare. Mich würde es wirklich interessieren, was man, nach dem Trailer, noch gut an dem Ding finden kann. Genug aufgeregt... Schöne Ostertage wünsche ich euch! Who you gonna call? NOPE-BUSTERS!
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Über Nonsense Entertainment

Hinter Nonsense Entertainment verbirgt sich Vollzeitgeek, Motion Picture-Enthusiastin und Internetfreundin Sarah Weiher. Besonders gerne befasst sie sich mit der Internetkultur, Rollenspielen, Science Fiction-Literatur, Netflix Serien und dem Storytelling.

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