Die Verurteilten (Filmtipp)

Heute erneut aus der Kategorie Filmtipps. Nachdem ich euch vor zwei Monaten bereits GoodFellas - Drei Jahrzehnte in der Mafia vorgeschlagen hatte, möchte ich euch heute Die Verurteilten ans Herz legen.

Zugegeben, Die Verurteilten ist alles andere als ein Geheimtipp. In der IMDb belegt der Film seit mehreren Jahren ununterbrochen dem ersten Platz. Zurecht! Dennoch habe ich das Gefühl, dass er zwischen den ganzen Blockbustern und Action-Spladder-BOOM-Filmen ein wenig untergegangen ist. Schade, denn Die Verurteilten ist einer der besten Filme, die ich bislang gesehen habe. Das Filmdrama stammt von Regisseur Frank Darabont und basiert auf der ersten Kurzgeschichte "Rita Hayworth and Shawshank Redemption" aus "Frühling, Sommer, Herbst und Tod" von Stephen King. Die Hauptrollen spielen Tim Robbins und Morgan Freeman.

Die Handlung
Wir schreiben das Jahr 1947: Bankmanager Andy Dufresne (Tim Robbins) wird anhand von Indizien wegen Mordes an seiner Frau und deren Liebhaber zu zweimal lebenslanger Haft verurteilt. Er wird in das Gefängnis von Shawshank in Maine geschickt, wo er seine Strafe absitzen soll. Er passt nicht zu den anderen Gefangenen und das sorgt für Schwierigkeiten: Er leidet unter den Übergriffen und Vergewaltigungen seiner Mithäftlinge und den brutalen Aufsehern. Mit der Zeit jedoch lernt er seine Mithäftlinge und insbesondere Red (Morgan Freeman) kennen. Red sitzt wegen Mordes schon zwanzig Jahre im Gefängnis und ist gut darin, Sachen in das Gefängnis zu schmuggeln. Andy bittet ihn, einen Steinhammer zu besorgen, da er Hobby-Geologe sei. Kurz darauf bekommt er von Red auch ein riesiges Rita Hayworth Poster geschenkt.

Andy erarbeitet sich nach und nach das Ansehen seiner Mithäftlinge und der Aufseher. Andy wird in die Gefängnisbibliothek versetzt, wo er dem Gefängnisbibliothekar Brooks Hatlen (James Whitmore) unter die Arme  greifen soll. In erster Linie wird er von dem Gefängnispersonal jedoch dafür benutzt, sich um deren finanziellen Angelegenheiten zu kümmern und sie zu beraten. Zusätzlich gibt er einem Mithäftling Unttericht, damit dieser die Abschlussprüfung zur Erlangung des GED schafft. Brooks wird nach über fünfzig Jahren aus dem Gefängnis entlassen und bekommt eine Stelle in einem Supermarkt. Da er aber nicht mehr mit der Freiheit und Einsamkeit zurecht kommt, begeht er Selbstmord, wovon seine ehemaligen Mithäftlinge durch einen Brief von ihm erfahren. So weit möchte Andy es nicht kommen lassen...

Meine Meinung
Auf der IMDb hat der Film eine Bewertung von 9,2 von 10 Sternen bei rund 1.500 Bewertungen. Ein unfassbar guter Schnitt, der dafür sorgt, dass Die Verurteilten seit 2008 den ersten Platz der besten Filme belegt. Ich persönlich finde, dass diese Bewertung absolut gerechtfertigt ist. Der Film hat es geschafft mich 142 Minuten lang gebannt an den Fernseher zu fesseln. Das hatte viele Gründe: Zum einen hätten wir das großartige Acting und die nicht weniger großartigen Charaktere, die den Film so lebendig machten. Viele der Filmzitate sind mir bis heute hängen geblieben:
Einige Vögel sind nicht dazu geschaffen eingesperrt zu werden. Sie haben ein zu glänzendes Gefieder. Und wenn sie davonfliegen, dann jubelt der Teil in mir, der weiß, dass es eine Sünde war ihn einzusperren. Und dennoch ist es da, wo man lebt trauriger und leerer, wenn sie weg sind. - Die Verurteilten
Des weiteren hat der Film eine unglaublich schöne Erzählstruktur, die es schafft, sogar im Gefängnisalltag den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten und mit den Gefangenen mitzufiebern. "Ich bin unschuldig!" Diese Aussage verlor im Film ihre Relevanz: Der Film zeigte uns, dass es viel wichtigere Dinge im Leben gibt. Hoffnung, zum Beispiel. Kameraführung, Schnitt und Szenenwechsel sind on point. Es gab tatsächlich keine Szene, die ich weggelassen oder geändert hätte oder die ich überflüssig fand. Der Film hat mir von der ersten bis zur letzten Sekunde gefallen.

Hintergrundinfos
Die Verurteilten weicht an einigen Stellen von dem Roman, auf dem der Film basiert, ab. So wechseln zum Beispiel im Buch die Gefängnisdirektoren sporadisch, während im Film Norton der Gefängnisdirektor bleibt. Außerdem teilt sich im Roman Andy zwischenzeitig die Zelle mit einem Indianer und wird nie der Assistent von Gefängnisbibliothekar Brooks. Ursprünglich war Brad Pitt für die Rolle des Thomas Williams geplant. Schlussendlich bekam die Rolle der kanadische Schauspieler Gil Bellows. (Funfact: In der Fernsehserie Ally McBeal spielt er einen Charakter namens William Thomas.) Um sich Anregungen von anderen Filmen zu holen, hat sich der Regisseur jeden Sonntag GoodFellas angesehen. Dass wir Tim Robbins in der Hauptrolle sehen durften, verdanken wir übrigens Morgan Freeman: Der durfte sich seinen Parnter nämlich aussuchen. Schlussendlich wurde Die Verurteilten 1995 für sieben Oscars nominiert. Allerdings hatte er mit Forrest Gump und Der König der Löwen keine einfachen Konkurrenten und musste sich in den Kategorien geschlagen geben.
 
Es scheint fast so, als hätten Morgan Freeman-Filme das Patent darauf, einfach tierisch gut zu sein. Die 90er waren ein großartiges Film-Jahrzehnt. Wenn ihr Lust habt, erstelle ich für euch eine Top 10 meiner Lieblings-90er-Filme. Hättet ihr Interesse daran? Wie fandet ihr "Die Verurteilten"?

nonsense Bewertung
10 von 10 Punkten

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Über Nonsense Entertainment

Hinter Nonsense Entertainment verbirgt sich Vollzeitgeek, Motion Picture-Enthusiastin und Internetfreundin Sarah Weiher. Besonders gerne befasst sie sich mit der Internetkultur, Rollenspielen, Science Fiction-Literatur, Netflix Serien und dem Storytelling.

7 Kommentare:

  1. Hm, klingt gar nicht uninteressant. Vielleicht sollte ich mir den auch Mal anschauen. :D

    Falls ich Mal einen ruhigen Abend finde und mein Mann Mal eine Pause zwischen seinen ganzen Serien findet. Der hat schon wieder eine neue. :o

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    1. Kann ich wirklich nur empfehlen. :)
      Und das mit den Serien kenne ich selber nur zu gut. ^-^ Ich habe jetzt mit House of Cards angefangen.

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    2. Die ist imo wirklich gut. :D

      Ich glaube die letzte Staffel hab ich noch gar nicht gesehen. Bin eh etwas zurück bei einigen Serien. Egal, hab Daredevil Season 2 gesehen. Ist am wichtigsten. :D

      Schauen ist halt so eine Sache. Zeit ist im Moment knapp. Bei Tag kann man so etwas nicht Mal eben einwerfen, wenn die Kinder rumlaufen. Am Abend ist nicht viel Luft. *g*

      Im Moment sieht mein Mann The 100. Oo

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    3. Auch das Problem kenne ich zu gut. :D Es gibt einfach so viele gute Serien, dass man alle anfängt, aber leider nur wenige zu Ende sieht. ABER das versuche ich jetzt bei allen nachzuholen. ^-^ The 100 steht auch noch auf meiner Liste.

      Glaube ich dir. Aber bald ist ja wieder Wochenende, vielleicht hast du dann ja Zeit für eine Folge oder eben für "Die Verurteilten". :)

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    4. Also was ich so von The 100 mitbekommen habe, war gar nicht übel. Scheint eine brauchbare Serie zu sein. Mein Mann schaut die btw wirklich alle bis zum Ende. *g* Der hat nicht mehr so viel Lust auf Spiele. Daher versenkt er am Abend seine Zeit in Serien. Ich schaue aber nur sporadisch mit, da ich nebenher oft arbeite, oder anderweitig beschäftigt bin oder eben zocke. :D

      Die Serien-Zeit meines Mannes ist eh nur teilweise mit meinem Tagesablauf vereinbar. Er ist eher nachtaktiv, wenn möglich - sprich freie Tage / Wochenende. Ich bin eher "zeitig" im Bett. Die Kids fragen mich am nächsten Morgen nicht, ob ich ausgeschlafen habe. Die stehen einfach auf der Matte. :D

      Und Wochenende hat man als Dreifach-Mama nicht. *g* Sind alle Tage mehr oder weniger gleich.:D

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  2. Oh ja dieser Film wird mal wieder Zeit! Danke für den Tipp..
    Zu den Serien: The 100 ist der absolute Hammer, House of Cards (Bester Kevin Spacey ever!) bin ich dabei und Homeland lässt langsam nach...

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    1. Kevin Spacey ist großartig! Ich bin erst bei Folge 9 der ersten Staffel und feiere ihn jetzt schon.
      Auf The 100 bin ich auch mal gespannt. Aber eins nach dem anderem. :)

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