Hearthstone: Neue Modi, mehr Slots, mehr Cash

In Hearthstone weht frischer Wind, der das Spiel dynamischer machen soll, meiner Meinung nach das Schiff aber genauso gut zum Kentern bringen könnte. Zugegeben, ganz so neu ist die Ankündigung der neuen Modi mittlerweile auch nicht mehr. Vor knapp zwei Wochen haben die Entwickler Änderungen versprochen, die die Gemüter gespalten haben. Diejenigen unter euch, die vielleicht bislang noch gar nichts von Hearthstone gehört haben, denen lege ich diesen Artikel über das Spiel noch zu Herzen, in dem ich die Grundprinzipien des Spiels erläutere.

Vor knapp zwei Wochen wurden für das Spiel Hearthstone neue Spielmodi angekündigt, die sowohl Anfängern wie auch Profis dabei helfen sollen, das Spiel auch über Jahre hinweg noch frisch, aufregend und zugänglich zu finden. Das bedeutet aber nicht, dass das Hearthstone, wie wir es kennen, nicht mehr existiert. Wie kann man sich das jetzt also vorstellen?

Das Standartformat
In erster Linie ist das "Standartformat" das neue Format im Modus "Spielen". Spieler können sich nun ausschließlich mit den neuesten Hearthstone-Karte duellieren. Das bedeutet, man tritt mit einem Deck an, das nur Karten enthalten darf, die im aktuellen oder letzten Kalenderjahr veröffentlicht wurden. Ärgerlich für all diejenigen, die schon seit Jahren das Spiel spielen und sich mit viel Liebe und Mühe ein Deck aufgebaut haben, das sie dort nun nicht benutzen dürfen. Schön für die, die gerade erst einsteigen. Die Basis- und Klassikkartensets bleiben im Standartformat jedoch immer gültig. Ich stand diesem Modus auch erst skeptisch gegenüber, muss aber sagen, dass durch die gleichen Chancen nicht mehr Glück, sondern tatsächlich Taktik gefragt werden - was ich sehr gut finde.

Ob es jedoch sein Versprechen erfüllt, das Spiel über Jahre hinweg frisch und neu erscheinen zu lassen, das wage ich zu bezweifeln. Klar, die Karten werden dadurch regelmäßig ausgetauscht und das sorgt auch für jede Menge Abwechslung. - Doch neben dem sorgt es leider auch für jede Menge Kohle in der Kasse der Entwickler, die der ein oder andere andernfalls nicht für neue Karten ausgegeben hätte. Was jedoch tatsächlich gelungen ist, ist, das Spiel dadurch dynamischer und ausgewogener zu machen. Gleichzeitig wird so Neueinsteigern der Einstieg in das Spiel vereinfacht. Die Arena, Üben und Abenteuer sowie "Der Fluch von Naxxramas" und "Goblins gegen Gnome" sind übrigens nicht von dieser Neuerung betroffen. Von letzteren beiden solltet ihr euch dennoch schon einmal verabschieden.

Das wilde Format
Ebenfalls neu in Hearthstone ist das wilde Format. Rawr! Naja, nicht ganz. Im Gegensatz zum Standartformat ist hier alles erlaubt. Alle Karten sind erlaubt und das Gameplay ändert sich ebenfalls nicht. Man kann Gold verdienen, im Rang bis zum Rang "Legende" aufsteigen und Quests abschließen. Alles wie gehabt. Im Prinzip konnte ich zum alten Modus "Spielen" keinen großen Unterschied erkennen, abgesehen davon, dass oft mit dem Wort "wild" geprahlt wird. Wenn mit "wild" chaotisch, unausgewogen und frustig gemeint ist, dann dürfte das Spiel recht behalten.

Das ändert sich noch
Doch das soll es noch nicht gewesen sein. Der Spieler hat die Wahl zwischen dem Standard- und dem wilden Format für gewertete Spiele wählen zu können. Für jeden Modus bekommt man einen separaten Rang, sodass man unabhängig von den Modi im Rand aufsteigen und den Rang "Legende" erreichen kann, je nachdem welcher Modus einem besser liegt. Diejenigen von euch, die schon einige Absätze zuvor bei meiner Vorstellung des  Standardmodus Angst um ihre Karten hatten, müssen erneut bangen: Blizzard möchte einige Anpassungen vornehmen. Meh.

Was mir richtig gut gefällt, ist die Idee, mehr Deckplätze zu schaffen. Sobald man alle Helden freigeschaltet hat, schaltet man auch neun zusätzliche Deckplätze frei. Insgesamt kann man dadurch 18 Decks erstellen und hat demenstprechend eine größere Auswahl. Fraglich ist nun nur noch, ob das überhaupt noch nötig ist, wo wir doch alte Karten im Standartmodus gar nicht mehr benutzen dürfen und demenstprechend auch weniger Auswahl haben. Abgesehen davon werden "Der Fluch von Naxxramas" und "Goblins gegen Gnome" nicht mehr im Shop angeboten werden. Uff. Dafür kann man sie mit Arkanstaub herstellen.

Schlussendlich lässt sich zusammenfassen... Pay to win hat sich mal wieder durchgesetzt. Das neue "Standartformat" zwingt die Spieler schon dazu, sich regelmäßig neue Karten zu kaufen. Wer also mehr Geld ausgibt, wird auch weiterhin einen Vorteil haben. Echte Fans und Stammspieler werden bestraft, wenn sie da nicht mitziehen. Sehr uncool, Blizzard. Auf der anderen Seite sehe ich schon die Vorteile darin. Dem Thema Pay to win habe ich mich unter anderem übrigens auch mit dem lieben moep0r gewidmet. Was dabei raus gekommen ist, das könnt ihr morgen von 19:00 bis 20:00 Uhr in meiner Radiosendung "Nonsense - Das Spielemagazin" bei osradio 104,8 hören. Wie findet ihr die neuen Modi in Hearthstone?
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Über Nonsense Entertainment

Hinter Nonsense Entertainment verbirgt sich Vollzeitgeek, Motion Picture-Enthusiastin und Internetfreundin Sarah Weiher. Besonders gerne befasst sie sich mit der Internetkultur, Rollenspielen, Science Fiction-Literatur, Netflix Serien und dem Storytelling.

6 Kommentare:

  1. Tja, schade. Deshalb halte ich von derlei Spielen eher Abstand. Ich zahle ganz gern einmal und ggf. noch ein paar DLCs etc., als für virtuelle Karten. :o

    Mir fehlt da einfach der Überblick, was da dann letztlich reinfließt. Würden sich einige wenigstens an Nintendo ein Beispiel nehmen. Bei einigen neueren Spielen kann man maximal XX Euro ausgeben, dann bekommt man den Rest kostenlos. So ein Vorgehen finde ich noch vertretbar. Aber so Fässer ohne Boden sind nicht mein Ding.

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    1. So ein Vorgehen finde ich auch sehr viel besser. Mich ärgert das mit Hearthstone richtig, weil ich das Spiel eigentlich sehr maag, aber dieser neue Spielmodi "Standartformat" riecht einfach schon Meilen weit nach Abzocke. Sehr schade.

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    2. Vor allem ist dieses Spiel ja auch auf MP ausgelegt ... da sollte es doch fair zugehen und Können entscheiden. Warum sollte ausgerechnet in so einem Spiel der Geldbeutel den Ausschlag geben? Finde ich so gar nicht gut. Wie du schon sagt: sehr schade.

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  2. Hearthstone hat mich noch nie so wirklich begeistern können. Mit den Pokemon-Karten war meine Liebe zu Kartenspiele relativ erschöpft. Selbst Kwint beim lieben Witcher musste mich erst für sich gewinnen. Allerdings finde ich es schade, wenn ein Spiel mit vielen Fans zu einem Pay2Win Titel verkommt. Eigentlich sollte man dich die langjährigen Spieler belohnen und nicht bestrafen. Schade.

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    1. Tatsächlich fing mit Gwint meine Liebe zu Hearthstone erst an. Interessant, dass das da so auseinander geht. ^-^ Aber du hast recht, das ist wirklich schade und ein wenig dreist. Ich weiß selber auch ncoh nicht, wie ich in Zukunft mit dem Spiel umgehen möchte. Die Lust ist mir fürs erste auf jeden Fall vergangen.

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    2. Kann ich gut nachvollziehen. Wäre bei mir die Luft sofort raus. Und wenn so etwas erst passiert ist, kehrt man ja doch meist nicht mehr zurück. :o

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