X-Men: Apocalypse (Review)

Eigentlich ist es schon ein wenig peinlich, dass ich bisher noch keinen X-Men Film gesehen habe. Besonders, wenn man bedenkt, dass ich die meisten Comics oder Filme über die darin mitspielenden Superhelden kenne und liebe. Völlig unvoreingenommen und ohne jegliches Vorwissen bin ich demnach, gemeinsam mit meinem Bruder, der jede noch so kleine Hintergrundgeschichte über die X-Men kennt, an die Sache heran getreten. In nachfolgender Rezension kann ich also für Fans und Newbies gleichermaßen sprechen.

Bei X-Men: Apocalypse handelt es sich um einen US-amerikanischen Science-Fiction Actionmovie von Bryan Singer. Wie mein Bruder mir erklärte, handelt es sich um den insgesamt neunten Teil der X-Men-Reihe und ist die Fortsetzung von X-Men: Zukunft ist Vergangenheit. Wir erleben die Entstehung der X-Men und die Ursprünge der Mutanten und somit einen Neuanfang für die X-Men-Reihe. Bereits humorvoll startet dieses neue Abenteuer, nachdem bereits beim 20th Century Fox-Intro das "X" als letzter Buchstabe verblasst. Von da an erwarten uns 145 Minuten geballte Action, humorvolle Dialoge, aber auch Tiefe, bedrückende Inszenierungen und ein unglaublich guter Cast mit ebenso gut gewählter Musik.

Für mich, als X-Men-Neuling, ist die Handlung des Filmes natürlich nicht mit den anderen X-Men Filmen zu vergleichen. Dafür hatte ich die Chance, mich voll und ganz auf den Film einzulassen und das Gesehene auf mich wirken zu lassen. Die Story hat mich von Anfang an gepackt. Ich finde mit En Sabah Nur hat der Film einen großartigen Gegner gefunden und die Hintergrundinformationen, die für den Film eventuell von Nöten sind, erklären sich im weiteren Handlungsverlauf von alleine oder werden durch kurze Flashbacks erklärt. Sehr gefreut habe ich mich auch, Evan Peters in dem Film zu sehen, den ich bislang durch American Horror Story lieben und schätzen gelernt hatte. [Spoiler] Ihn in der Rolle des Quicksilver zu sehen kam für mich gleichermaßen überraschend als auch grandios. Seine Witze haben mich tatsächlich immer wieder zum Lachen gebracht und die Szene, in der er Professor Xaviers School of young gifted people rettet, bleibt für mich eine der besten und lustigsten Szenen im ganzen Film. [Spoiler Ende] Kleiner Fun-Fact: Diese Szene zu drehen, soll genauso lange gedauert haben wie alle anderen Szenen des Filmes.

Trotz seiner zweieinhalb Stunden Länge, kam mir der Film an keiner Stelle in die Länge gezogen vor. Der Film triumphiert mit diversen unterschiedlichen, liebenswerten (oder auch weniger liebenswerten) Charakteren und dutzenden unterschiedlichen Situationen und Atmosphären. Es war ein Wechselbad der Gefühle, das mich mittrauern, -fühlen aber auch -lachen lies. [Spoiler] Ein wenig enttäuschend fand ich nur die Rolle, die Raven aka Mystique aka Jennifer Lawrence in dem Film eingenommen hat. Den gesamten Film über wurde sie als unglaublich starke Heldin angepriesen, hat bewegende Reden gehalten und wurde von Freunden wie auch Feinden gleichermaßen gefürchtet wie auch geachtet. Schlussendlich hat sie leider NICHTS nennenswertes zum Verlauf der Story beigetragen und stand ihren Freunden im großen Showdown mehr oder weniger nur im Weg. [Spoiler Ende]

Meiner Meinung nach haben sich die rund 250 Millionen US-Dollar Produktionskosten definitv gelohnt. X-Men reiht sich damit als zweitteuerste Filmproduktion von 20th Century Fox Studios ein. Doch das soll nicht der einzige Rekord gewesen sein, den der Film brach. Insgesamt ging der Film 145 Minuten lang. Damit ist X-Men: Apocalypse der bisher längste X-Men-Film und der zweitlängste Marvel-Film. Außerdem ist Bryan Singer der einzige Regisseur, der vier Filme in nur einem Superhelden-Franchise inszenieren konnte.

Schon während des Films habe ich zu fangirlen angefangen und ich kann es kaum abwarten, alle anderen X-Men Filme auch noch zu sehen. Meinem Bruder, der alle X-Men Geschichten bis ins peinlichste Detail kennt, ging es genauso. Der Film ist also definitv für Fans und Neueinsteiger geeignet und auf jeden Fall sehenswert. Damit, dass mir der Film SO gut gefällt, habe ich nämlich auch nicht gerechnet.
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Über Nonsense Entertainment

Hinter Nonsense Entertainment verbirgt sich Vollzeitgeek, Motion Picture-Enthusiastin und Internetfreundin Sarah Weiher. Besonders gerne befasst sie sich mit der Internetkultur, Rollenspielen, Science Fiction-Literatur, Netflix Serien und dem Storytelling.

11 Kommentare:

  1. Ich muss gestehen, dass die X-Men für mich zu den langweiligeren Comic-Charakteren gehören. Die alten Filme (habe "nur" 1-2 gesehen) sind allerdings nicht schlecht, wenn man nicht mehr als die übliche Comicverfilmung erwartet.

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    1. Auf die alten Filme bin ich sehr gespannt, die habe ich bis dato ja noch nicht gesehen. :) Apocalypse hat mir aber sehr gut gefallen. So viele unterschiedliche "Fähigkeiten" in einem Film verpackt zu haben ist auch mal ganz schön anzusehen.
      Aber ich kann deinen Punkt schon verstehen. Einzeln betrachtet gehören sie definitv zu den langweiligeren Comic-Charakteren. Erst die Gruppendynamik macht die ganze Sache interessant.

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  2. Witzig, ich bin praktisch auch ohne Vorkenntnisse rein und bin absolut begeistert gewesen :D
    Quicksilver FTW! Und Beethoven in der Szenen mit den Atomraketen <3<3

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    1. Ohhh ja! Ich werde den Film auf jeden Fall ein zweites Mal sehen. ^-^
      Deine Review habe ich gerade auch gelesen. Schade, dass die vorherigen Teile (genauer gesagt die 2000er X-Men-Filme) nicht ansatzweise so gut gewesen sein sollen. :C Trotzdem. Gerade bin ich im X-Men Fieber. Ich werd mir die vorherigen demnächst auch mal ansehen. :D

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  3. Fand die alten Filme schon sehr uninteressant. Diesen hier werde ich wohl eher nicht im Kino schauen. Evtl. Mal später daheim, wenn er raus ist. Ich hatte ja Civil War geschaut mit meinem Mann und da den X-Men Trailer gesehen. Hat mich so gar nicht gepackt und mein Mann war auch nicht wirklich begeistert. Sehe es wie Roberto ... uninteressante Charaktere, wenn man mit anderen Comic-Figuren vergleicht.

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    1. Zu den alten Filmen kann ich (noch) nichts sagen. Ich werde sie mir mal ansehen, befürchte aber nach euren Kommentaren, dass die nicht ansatzweise mit dem neuen Film mithalten können. :)
      Aber ich kann deinen Punkt schon gut verstehen. Wenn man mit den Charakteren nichts anfangen kann, dann lohnt es sich auch nicht. Denn darauf liegt nunmal auch der Hauptfokus dieser Reihe. Mich hat das Teil wie gesagt echt gepackt.

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  4. Ich fand die "alten" X-Men Filme (also X-Men 1-3) ganz okay. Die Nachfolger über die Entstehung der X-Men sowie die Wolverine Saga fand ich allerdings nicht so gut. Neulich habe ich den direkten Vorgänger - Zukunft ist Vergangenheit - gesehen und war sehr enttäuscht.

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    1. Gut zu wissen, dass nicht alle "alten" X-Men Filme schlecht sind. Zukunft ist Vergangenheit habe ich schon parat und wollte ihn die Tage sehen, ein bisschen skeptisch bin ich jetzt aber schon. Ich glaube bei dem neuesten kann keiner der Vorgänger mithalten.
      Wo du's ansprichst: Wolverine war ohnehin immer ein Superheld, der mir nur so mäßig zugesagt hat. Ich fand ihn immer ein wenig OP mit seiner Selbstheilung.

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  5. Ich mag die X-Men eigentlich ganz gerne und habe diesen Film jede Minute genossen. Besonders Quicksilver hat mir mal wieder gefallen. Ich stimme dir aber vollkommen zu, was den Auftritt von Jennifer Lawrence angeht! :)

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  6. Auch wenn diese Review vielleicht nicht mehr ganz aktuell ist, kann ich mit der Meinung zur Rolle von Mystique nicht ganz übereinstimmen. Klar, es wurde versucht Jlaw eine
    angemessene Rolle zu geben. Trotzdem hat Mystique bis auf Days of future past eben auch nie eine besonders große Rolle gespielt. Sie ist und bleibt eine sehr wichtige Nebendarstellerin. Darüber hinaus reicht es eben aber einfach nicht. Ich schätze diese Erwartung, die nebenbei bemerkt sicher einige teilen, ist dem Spagat der Macher geschuldet, den sie zwischen überdurchschnittlicher Schauspielerin und nur sehr durchschnittlicher Rolle machen mussten.

    Für mich persönlich lag die Schwäche des Films bei der oberflächlichen Behandlung der gesamten Charaktere. Allerdings ist das ein Problem der modernen Filmindustrie. Lieber viele stark besetzte Rollen, als einige wenige, gut beleuchtete. Leider.

    Aber wenn man ohne große Erwartungen an Tiefe und Anspruch in den Film geht (ging), dann weiß er durch Effekte, Bildgewalt und einzelne Szenen durchaus zu überzeugen. Für eine Comicverfilmung durchaus gelungen. Traurigerweise wird immer extrem viel Wert auf mögliche Nachfolgerfilme gelegt, was dazu führt, dass viele Handlungsstränge offen gelassen werden. Aber diese Trend ist wahrscheinlich fürs nächste nicht so recht abzuwenden.

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    1. Aus dieser Perspektive habe ich die Rolle von Mystique noch nie betrachtet. Mit dem Wissen würde ich das ganze im Nachhinein vermutlich ebenfalls anders bewerten. Als X-Men Neuling hat mich der Punkt allerdings trotzdem gestört, insbesondere weil so viel Werbung mit Jennifer Lawrence gemacht wurde.

      Ich fürchte der Trend ist wirklich nicht so recht abzuwinden. Im Fall von X-Men fand ich die vielen offenen Handlungsstränge noch zu vertreten, es gibt aber auch Filme, bei denen ich das absolut daneben finde.

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