Die Feuerreiter seiner Majestät 1: Drachenbrut



Vor einigen Wochen habe ich angefangen Die Feuerreiter seiner Majestät 1: Drachenbrut von Naomi Novik zu lesen. Während ich einen Schinken dieses Kalibers vor einem Jahrzehnt mit Sicherheit innerhalb von zwei Tagen verschlungen hätte, fehlt mir mittlerweile die Zeit und die Muße um viel und oft zu lesen. Nun soll das Werk von Herr der Ringe-Macher Peter Jackson verfilmt werden. Spätestens jetzt ist es also an der Zeit, euch das Buch ans Herzen zu legen.

Ich bin (und war schon immer) sehr großer Fantasy-Fan. Ganz zu schweigen von meiner Liebe zu Drachen. Dennoch war es mehr ein Glücksgriff, als ich zu einem Treffen in der Stadt zu früh aufgeschlagen bin, kurzerhand den Buchladen meines Vertrauens aufgesucht habe und mir das Schnäppchen Drachenbrut zum Preis von schlappen 8,95€ ausgesucht habe, um mir das Warten zu versüßen. Drachenbrut ist der Auftakt einer mehrteiligen Romanreihe, die derzeit 9 Bänder umfasst. Wie der Titel des Werkes bereits verrät, geht es in der Geschichte um Drachen. 

Das Buch spielt in einer Parallelwelt zu der Zeit der Naopleonischen Kriege, in der Drachen existieren und gezielt gezüchtet werden, um mit einer Besatzung als Luftkampfeinheiten zu dienen. Die Bücher verbinden Fiktion und zahlreiche historische Persönlichkeiten miteinander. Da kommt Captain Will Laurence ins Spiel.
Als die HMS Reliant eine französische Fregatte aufbringt, kann Captain Will Laurence noch nicht ahnen, wie sehr sich sein Leben bald schon ändern wird. Denn die Fregatte hat eine höchst kostbare Fracht an Bord: ein noch nicht voll ausgebrütetes Drachenei, dem schon bald eine jener sagenhaft mächtigen Flugkreaturen entschlüpfen wird. Will Laurence weiß um seine Pflicht: Er muss dem Drachen einen Namen geben und so der lebenslange menschliche Begleiter dieses Geschöpfes werden. Auch wenn das bedeutet, dass er die Planken seines geliebten Schiffes für immer verlassen und sich in die Lüfte erheben muss – als ein Feuerreiter Seiner Majestät …
Ich persönlich finde Laurence' Drachen Temeraire - wie auch immer man diesen Namen aussprechen mag - einfach zauberhaft. Die Geschichte der Drachen, das Band zwischen Temeraire und Laurence und die Konflikte zwischen der Marine und dem Luftkommando haben mich auf meinen Schaukelstuhl gefesselt. Die Autorin Naomi Novik versteht es, ein oft benutztes Thema (in diesem Fall das der Drachen) vollkommen neu und erfrischend aufzurollen. Wir werden direkt in das Geschehen und eine vollkommen neue Welt geworfen, ohne uns zu einem Zeitpunkt verloren darin zu fühlen. 


Naomi Novik hat einen, meiner Meinung nach, sehr strikten, wenig blumigen, Schreibstil. Ihre Szenenwechsel sind rasch und ihre Beschreibungen klar und wenig rosig. Doch genau dieser Stil passt wunderbar zu unserem Protagonisten und der Welt, in der wir uns befinden. Wir befinden uns im Krieg! Wir lernen Kampfmanöver. Ich bin froh, dass die Autorin darauf verzichtet hat, zig Male das Wetter zu beschreiben oder das Entgleiten der Gesichtszüge der Charaktere zu erläutern. Die Geschichte verliert dadurch an keiner Stelle an Spannung und wir kommen Laurence mit jeder Seite näher. Seine Entscheidungen werden zu unseren Entscheidungen. Die Charaktere sind wundervoll gestaltet worden und sind so unterschiedlich, dass man schon an ihrer Art Dialoge zu führen merkt, wer redet.

Ich wäre, seit dem Lesen, selber gerne eine Fliegerin und hätte einen Drachen als Gefährten: Einen Langflügler, einen Himmelsdrachen oder einen Königskupfer vielleicht. Abschließend lässt sich festhalten: Mir haben das Buch, die Story und der Schreibstil sehr gut gefallen. Allerdings lässt sich Drachenbrut an manchen Stellen deutlich anmerken, dass es sich um den Auftakt einer Reihe handelt. Die Story nimmt gerade erst an Fahrt auf und hin und wieder verliert der Leser den Blick dafür, auf was das Werk eigentlich hinaus arbeitet. Eine Verfilmung halte ich für eine tolle Idee. Das Buch bietet dafür definitiv genug Material, erfüllt allte großen Blockbuster-Vorraussetzungen und Peter Jackson ist die perfekte Wahl.
 
4 von 5 Punkten
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Über Nonsense Entertainment

Hinter Nonsense Entertainment verbirgt sich Vollzeitgeek, Motion Picture-Enthusiastin und Internetfreundin Sarah Weiher. Besonders gerne befasst sie sich mit der Internetkultur, Rollenspielen, Science Fiction-Literatur, Netflix Serien und dem Storytelling.

3 Kommentare:

  1. Wahnsinn, klingt schon sehr verlockend. Ich lese selten Fantasy, aber dieses hier scheint ja wirklich gut. Muss ich auch Mal näher begutachten. Meist ist mir alles zu sehr Standard, Klischee, etc. ... aber vielleicht habe ich hier ja Mal wieder Freude an Fantasy. :)

    Ich danke für den Tipp. <3

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    1. Sehr gerne! Mir hat es wirklich sehr gut gefallen. :)
      Und das schöne: Es ist zwar Fantasy, aber halt mal auf eine ganz andere Weise. Nicht so blumig, rosig und malerisch. Sondern viel strikter und irgendwie "echter". Das hat nicht viel mit Standart, Klischee oder Einheitsbrei zu tun. Ich fand es echt erfrischend. Und für einen Preis von rund 9€ auch absolut bezahlbar. :D

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    2. Standard und Klischee sind halt ein echtes Problem im Genre, wenn man mich fragt. Wenn man durch die Fantasy-Abteilung stöbert, ist fast egal welchen Buchrücken man nimmt. Immer wieder findet man in armen Verhältnissen aufgewachsene junge Mädchen oder Frauen, die durch eine extreme Situation Fähigkeiten entdecken und dann plötzlich auf der Flucht sind ... Naja und einige andere typische Szenarien. Ist mir insgesamt aber oft zu sehr der typische Fantasy-Einheitsbrei. Ich will nicht die selbe Story in 30 Varianten lesen.

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