[Angesehen] Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind


»Nach all dieser Zeit?« - »Immer.« Die Geschichte von Harry Potter, dem Jungen, der lebt, begleitet meine Generation schon das ganze Leben lang und auch nach dem 8. Kinofilm der Reihe soll dies nicht enden. Seit einer Woche erobert Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind die deutschen Kinosäle. Kinobesucher sollten sich vor Besuch des Filmes jedoch eines ganz klar vor Augen führen: Der Film ist kein Harry Potter Film.

Entstehungsgeschichte
Der Film Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind basiert auf einem von drei Begleitbüchern der Harry Potter-Serie von J.K. Rowling. Das gleichnamige Buch erschien im Jahr 2001. Neben selbigen gehören noch Die Märchen von Beedle dem Barden (erschienen 2008) und Quidditch im Wandel der Zeiten (erschienen 2001) dazu. Da die Bücher auf der Romanvorlage basieren (in der sie als Harry, Rons und Hermines Schulbücher auftauchen), wurden sie unter den Pseudonymen von Hexen und Zauberern veröffentlicht. Tatsächliche Autorin war niemand geringeres als J.K. Rowling. Alle drei Bücher wurden wie Schulbüchern aufgemacht und sind mit "Hand geschriebenen" Notizen von Harry, Ron und Hermine versehen. Eine Geschichte selbst erzählen die Bücher dementsprechend nicht. Autorin, Verleger und Lektoren verzichteten bei dem Quidditch und Tierwesen Büchern auf ihre Vergütungen. Der Verkaufserlös aller Bücher kam Hilfsorganisationen wie Comic Relief oder Children's High Level Group zugute.

Die Story
Aus eben jenem Grund musste die Geschichte für den Film komplett neu aufgezogen werden. Der Film erzählt die Entstehungsgeschichte eben jenes Buches, das, einige Jahrzehnte später im Harry Potter-Universum, Harry in seinem ersten Schuljahr als Schulbuch würde lesen müssen. Wir lernen die Geschichte des jungen Zauberers Newt Scamander (gespielt von Eddie Redmayne) kennen, der, für seine phantastischen Tierwesen, nach New York aufbricht. Jene trägt er in einem Koffer bei sich. In New York angekommen stößt er zufällig auf den No-Maj/Muggle Jacob Kowalski (gespielt von Dan Fogler). Durch einen Zufall vertauschen die beiden die Koffer, die sie bei sich tragen, woraufhin, durch eine Verkettung von unglücklichen Zufällen, die magischen Tierwesen von Newt entkommen. Diese gilt es nun wieder einzufangen - nicht ganz einfach, da Tierwesen in der amerikanischen Zauberwelt verboten sind, woraufhin Newt vom MACUSA, dem Magischen Kongress der Vereinigten Staaten von Amerika, verfolgt wird.


Die Welt
- hat sich verändert. Mit dem Szenerie-Wechsel von Großbritannien zu Amerika hat sich einiges in der Zaubererwelt getan. Dies beginnt bei den Worten No-Maj (in England Muggle) und zieht sich, kontinuierlich, in Form von Zaubergesetzen, der Zaubergemeinschaft und von Sitten und Bräuchen fort. Der Zuschauer fühlt sich anfänglich in dieser Welt genauso fremd wie Newt Scamander selbst. Was ich zu Beginn schwierig fand, ist im Rückblick ein grandioser Schachzug gewesen.

Der Cast
Meiner Meinung nach ist der Cast des Filmes großartig - bis auf eine Ausnahme. Besonders gut gefallen hat mir die Wahl von Eddie Redmayne als der etwas spleenige Newt Scamander. In meiner Vorstellung, und in allen Anspielungen, war Newt Scamander immer ein Eigenbrödler mit seinen ganz eigenen Weltansichten. Diese verrückte, aber liebenswerte, Art, hat Redmayne in dem Film großartig umgesetzt. Auch Dan Fogler, als No-Maj Kowalski, konnte mit seinem Humor und seiner stets überraschenden, faszinierenden Art überzeugen. Bezaubernd fand ich auch Katherine Waterston als Propertina Goldstein, die sich liebenswert und tollpatschig, aber trotzdem klug  und mutig, an der Seite von Newt geschlagen hat. [Spoiler] Potterheads wissen bereits, dass Tina und Newt als Ehepaar enden. [Spoiler Ende] Besser noch hat mir ihre Schwester Queenie Goldstein, gespielt von Alison Sudol, gefallen. Die Harry Potter Bücher hat es stets ausgezeichnet, dass keiner der Charaktere darin perfekt war: Alle Harry Potter Charaktere haben sowohl innerliche als auch äußerliche Schwächen, was sie immer so realistisch gemachthat. Der Film blieb diesem Grundsatz treu. Beinahe hatte der Cast keine Schwächen, wäre da nicht der kurze, wenn auch enttäuschende, Auftritt von Johnnie Depp als Gellert Grindelwald gewesen. Johnnie Depp, wenn auch ein großartiger Schauspieler für wahnsinnige Charaktere, trifft in meinen Augen nicht den Charakter von Gellert Grindelwald und Johnnie Depp als Darsteller fällt mit seinem Ruf als Hollywood-Star aus der Reihe der Harry Potter-Darsteller raus.

Mein Fazit
Ich muss zugeben, ich habe ein wenig Zeit gebraucht, um in die Story und die "neue" Harry Potter-Welt hineinzufinden. Der Film ist viel lustiger als die Harry Potter Filme und an der ein oder anderen Stelle auch anstößiger. Abermals wurden viele Handlungsstränge begonnen, die J.K. Rowling mit Sicherheit zum Ende der Filmreihe wieder gekonnt kombinieren wird. Ich habe Zeit gebraucht, um mich in den Film hinein zu finden. Doch sobald sich der Zuseher darauf einlässt, dass es sich eben um keinen Harry Potter-Film handelt, ist Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind ein großartiges Kinospektakel, das dem Universum - wieder erwarten - keinen Schaden zufügt. Im Gegensatz zu Harry Potter und das verwunschene Kind hat mir dieser Film sehr gut gefallen und den Grundsatz von Always in jeder Form erfüllt.

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind

Ich freue mich bereits auf die nächsten Filme und werde auch diesen Teil mit Sicherheit noch einmal sehen. Ich bin gespannt, welche Rolle Gellert Grindelwald in den nachfolgenden Teilen spielen wird und wie sich die Schnipsel, die wir bereits aus den Harry Potter Büchern kennen, in diesen Filmen zusammen fügen werden. Meiner Meinung nach absolut sehenswert.

Nonsense-Bewertung: 5 von 5 Punkten 

Bildquelle: https://www.cinemaxx.de/kino/programm/film/phantastische-tierwesen-und-wo-sie-zu-finden-sind/21833
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Über Nonsense Entertainment

Hinter Nonsense Entertainment verbirgt sich Vollzeitgeek, Motion Picture-Enthusiastin und Internetfreundin Sarah Weiher. Besonders gerne befasst sie sich mit der Internetkultur, Rollenspielen, Science Fiction-Literatur, Netflix Serien und dem Storytelling.

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